Ich hatte meinem Mann nie erzählt, dass ich ein Fünf-Milliarden-Dollar-Imperium besaß. Für ihn war ich immer noch „die nutzlose Hausfrau“. Auf seiner Beförderungsfeier hatte er mich gezwungen, eine Kellnerinnenuniform zu tragen und Cocktails zu servieren, während seine Frau auf dem Ehrenplatz saß und mit meinem Schmuck prahlte.

Das Büro lag in gedämpftem Licht, nur erhellt vom kalten blauen Schein dreier Monitore. Auf dem zentralen Bildschirm liefen Börsensymbole über den Bildschirm, doch Elena starrte nur auf eines: NVS. NovaStream. Zwölf Prozent im Plus im privaten Handel.

Elena lehnte sich in ihrem ergonomischen Stuhl zurück und massierte ihre Schläfen. Sie war 32 Jahre alt, stille Mehrheitsaktionärin und Gründerin von NovaStream, einem Cloud-Computing-Giganten, der die Datenspeicherung im Stillen revolutioniert hatte. Ihr Vermögen schwankte mit dem Markt, lag aber üblicherweise bei rund drei Milliarden Dollar.

Ein vertrautes Summen kündigte die Ankunft des BMW in der Einfahrt an.

Im Idealfall hätte sie die Champagnerkorken knallen lassen. NovaStream hatte gerade seinen größten Konkurrenten in Asien übernommen. Stattdessen klappte Elena ihren Laptop zu, verstaute ihn im Safe unter ihrem Schreibtisch und eilte in die Küche. Sie holte ein Blech mit vorgebackenem Kuchen aus dem Ofen und zupfte sich absichtlich ein paar Haarsträhnen aus dem Haar, um müde auszusehen.

Die Tür öffnete sich. Mark trat ein.