„Tu das nicht!“, sagte der Angestellte bestimmt und stellte sich der grausamen Stiefmutter entgegen, während der Millionär zusah.

Der Junge ballte die Fäuste an den Armlehnen seines Rollstuhls, seine Schultern zitterten, während er darum kämpfte, seine Tränen zu unterdrücken.

Schon mit sieben Jahren hatte er gelernt, dass Weinen alles nur noch schlimmer machte. Die Stimme seiner Stiefmutter durchdrang den Raum, scharf und beherrscht, jedes Wort sorgfältig gewählt, um zu verletzen, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen.

Bevor sie fortfahren konnte, drang eine Stimme durch die Tür.

„Hör auf damit. Sofort.“

Der Befehl hallte wie ein Donnerschlag durch das Wohnzimmer.

Genau in diesem Moment betrat Tomás das Haus.

Er erstarrte.

Seit zwei Jahren war das Herrenhaus in den Oca-Bergen voller Menschen und doch völlig leblos.

Es war nicht die Stille des Friedens – es war eine bedrückende Stille, die selbst Schritte als störend empfand. Jeder Flur, jede polierte Oberfläche trug dieselbe Last: Verlust.

Claras Abwesenheit hatte alles verändert.