Mein Flug war gestrichen worden, deshalb kam ich früher nach Hause. Als ich die Tür öffnete, lächelte mich eine Frau in meinem Morgenmantel an, als wäre sie selbst dabei. „Oh, sind Sie die Maklerin?“, fragte sie beiläufig. Ich nickte und trat ein, mein Herz klopfte. Denn sie hatte mich nicht erkannt … und das bedeutete, dass jemand anderes mein Leben gelebt hatte. Ich blieb ruhig. Ich spielte mit. Die Wahrheit sollte sich bald offenbaren, Zimmer für Zimmer.

Mein Flug wurde ohne Vorwarnung annulliert.

Einen Moment stand ich noch am Gate, einen lauwarmen Kaffee in der Hand, genervt, aber gelassen. Im nächsten Moment starrte ich auf die Abflugtafel, wo das Wort VERSPÄTET rot aufleuchtete und sich dann abrupt in ABGESTOHLEN verwandelte.

Ich hätte wütend werden sollen. Ich hätte protestieren, seufzen, jemanden anrufen sollen.

Stattdessen hatte ich ein seltsames Gefühl.

Erleichterung.

Als ob mir das Schicksal eine ungeplante Nacht zurückgeben wollte. Ein unerwartetes Geschenk. Eine frühe Rückkehr, die sich in meinen Augen zu einer angenehmen Überraschung entwickeln könnte.

Ich habe es meinem Mann nicht gesagt. Ich dachte, es wäre schön, unerwartet zurückzukommen und ihn zu überraschen. Er war in letzter Zeit distanziert gewesen, ja, aber ich hatte mir eingeredet, es läge nur an Stress, Arbeit und Müdigkeit. Die Ausreden, die man sich eben einredet, wenn man nicht genauer hinschauen will.

Ich habe direkt vom Flughafen ein Taxi genommen.